Montag, 2. April 2007

Von den Iguazú-Fällen über Córdoba zu den "Farbigen Felsen"

In den letzten knapp 3 Wochen bin ich in Argentinien etwas herumgereist. Die Distanzen hier sind unglaublich, fuer uns Schweizer fast unvorstellbar. (Ich habe die Fotos nun im groesseren Format hochgeladen, denn manchmal ist es echt muehsam, wenn man sie oeffnet kommt man nicht mehr auf die Hauptseite zurueck.)

Iguazú-Faelle
Von Uruguay reiste ich ueber Buenos Aires zu den beruehmten Iguazú-Faellen. Obwohl sie sich total im Zipfel (zwischen Paraguay und Brasilien) im Nord-Osten Argentiniens befinden, lohnt sich die knapp 20 stuendige Busfahrt (ab Buenos Aires, echte Luxus-Busse in ganz Argentinien!) sehr wohl!
Es sind ueber 200 einzelne bis zu 70 m tiefe Wasserfaelle. Man kann ja viele Fotos davon anschauen, aber wenn man sie in Natur sieht, wenige duzend Meter vor sich, ist es wirklich nochmals viel eindruecklicher! Echt ein Wunder der Natur.

Auf der argentinischen Seite kann man sehr nah an die Faelle heran, auf der brasilianischen Seite hat man ein schoenes Panorama. Ich war auf beiden Seiten, aber am besten hats mir auf der Insel (San Martin?) gefallen, auf der argentinischen Seite. Denn dort hat man wirklich die ganze Breite der Faelle direkt vor sich. (Hatte unglaublich viele Schmetterlinge im Umfeld der Faelle, manchmal in Schwaermen wie Herbstblaetter durch die Luft wirbelnd.)





Córdoba
Von den Iguazú-Faellen fuhr ich wieder fast 24 Stunden Bus bis nach Córdoba. Das ist nach Buenos Aires eine der groessten Staedte des Landes und sehr bekannt fuer die Universitaeten (1,5 Mio Einwohner, davon 150'000 Studenten). In Córdoba, wo ich knapp eine Woche verbrachte, konnte ich bei Agustín und seiner Familie wohnen, er war letztes Jahr in der Kanti Wohlen im Austausch. Auch sie haben mich alle sehr lieb behandelt! Das Zentrum der Stadt ist sehr schoen, mit einer relativ grossen Fussgaengerzone, einigen Kirchen und vielen Gebaueden im Kolonialstil. Mit Agustín habe ich einmal einen Ausflug gemacht nach Alta Gracia (ca. 1 h von Córdoba). Dort waren wir im Museum von Ernesto Che Guevara, im Haus wo er 11 Jahre lang gewohnt hat, es war sehr interessant. Ebenfalls hat es eine der vielen "Estancias Jesuiticas" (eine Art Kloster) in diesem groesseren Dorf. Die Jesuiten kamen sehr frueh nach der Eroberung in diese Region. Sie versuchten, die Indígenas zum Christlichen Glauben zu bekehren, aber etwas friedlicher als viele andere. Ebenfalls haben sie einige der ersten Schulen und Universitaeten des Landes aufgebaut. Um 1777 wurden sie von der Regierung aus dem Land geschickt und kamen erst ueber 100 Jahre spaeter wieder.


Da das Wetter nicht immer super war, waren Agustín und ich in der Kueche etwas aktiv. Einmal haben wir "Spaetzli" gekocht und uns am naechsten Tag sogar an eine Buendner Nusstorte gewagt! Leider ist der Zucker etwas verbrannt, aber eigentlich ist sie nicht schlecht heraus gekommen.
Einmal hat mich Agustín sogar in seine Schule mitgenommen. Es war ein interessanter Vergleich, einerseits die herausgeputzten Schueler mit eleganter Uniform, welche ich aus der von den Jesuiten gegruendeten und immer noch sehr konservativen Schule herauskommen sah, und andererseits das colegio von Agustín, welches man in vielen Aspekten mit unserer Kanti in Wohlen vergleichen kann (keine Uniform, alles etwas wilder, die Lehrer eher links eingestellt). Einer der Unterschiede ist, dass die Schueler waehrend 8 Jahren (glaube ich) in diese selbe Schule gehen, es hat also auch noch relativ junge.

Salta
Von Córdoba reiste ich weiter in den Norden Argentiniens, nach Salta. Ehrlich gesagt, hatte ich vorher keine Ahnung von dieser Region. Aber Lucías und Agustíns Familien haben mir Fotos davon gezeigt und zudem musste ich sowieso hier durch um anschliessend nach Bolivien zu reisen.
Die Stadt selbst liegt auf etwas mehr als 1000 m.ue.M. In der Umgebung hat es aber teilweise sehr hohe Bergen (Anfang der Anden) und auch einige Hochebenen. Von Salta aus habe ich zwei 2-Tages-Ausfluege gemacht. Ich lernte den Norden kennen mit zwei Ruinen von Indianer-Doerfern, einem Salzsee, Hochebenen, Kakteen, Lamas und Vicuñas (aehnlich), und der Quebrada de Humahuaca (ein Tal mit speziellen Felsformationen, vor allem sehr farbig, und mit suessen Indianer-Doerfern).

Ruinen von Tastil, wo, anders als bei andern, nichts wieder neu aufgebaut wurde.
Vicuñas
Zwei junge Arbeiter (nicht aelter als ich) auf dem Salzsee "Salinas Grandes". Nach ca. 4-5 Jahren Arbeit hier (Salzabbau) wird man pensioniert und ca. 1-2 Jahre spaeter stirbt man (wegen den verschiedenen teilweise sehr giftigen Materialien, welche mit dem Salz hier zuerst vermischt sind). Fuer das Herausschaufeln von einer Tonne Salz bekommen sie 12 pesos (ca. 5 SFr.), im allerbesten Fall brauchen sie dafuer 2 Tage (diese Angaben habe ich von Karina, der Touristenfuehrerin auf dieser Exkursion).
Es ist eine private Firma, der Staat mischt sich also nicht ein, und sie koennen so mit den Arbeitern machen, was sie wollen, denn diese haben oft eine Familie, die sie irgendwie ernaehren muessen und arbeiten lieber hier als gar nichts.


Der Cerro Colorado (farbiger Fels/Berg) in Purmamarca.


Humahuaca


Die Exkursion in Richtung Sueden durch die "Valles Calchaquíes" fuehrte uns ueber eine sehr kurvenreiche Strasse innerhalb kurzer Zeit auf ueber 3000 m.ue.M., durch verschiedene "Quebradas" (Schluchten) mit sehr speziellen Felsformen, einem Weindorf (Cafayate) und einer weiteren, sehr grossen Ruine eines Indianerdorfes (Quilmes) . Diese Ausfluege sind hier uebrigens normalerweise mit einem Chauffeur, welcher gleichzeitig der Touristenfuehrer ist, und nur 4 Touristen, in einem etwas groesseren Auto, aber kein Minibus. Auf der zweiten Exkursion reiste ich mit Caren aus Schottland und den beiden Zuerchern Cinzia und Stefan. Der Fuehrer war seeehr ruhig (vor allem im Vergleich mit den andern, die ich auf der andern Exkursion hatte, welche uns sehr viel Interessantes erklaerten und erzaehlten), er sprach praktisch kein Wort. Das haben wir dann halt mit interessanten Gespraechen auf SchweizerDeutsch und Englisch unter uns Touristen etwas ausgeglichen :). (Uebe hier uebrigens nicht nur Spanisch, sondern auch Franzoesisch und ueberwinde mich manchmal sogar zum Englisch, um mich mit den anderen Reisenden verstaendigen zu koennen.)



Caren, Cinzia, Stefan und ich in einem Restaurant in Cafayate, wo wir verschiedenes Leckeres zu Abend assen.
Im Moment bin ich immernoch in Salta, werde aber heute noch nach Humahuaca, ein groesseres Dorf weiter im Norden, reisen. Morgen gehts dann sehr wahrscheinlich nach Bolivien.

Bis bald