Donnerstag, 22. Februar 2007

Canopy, Karibik und ein weiterer Tag in Costa Rica

Als erstes moechte ich mich entschuldigen, dass ich so lange nichts geschrieben habe. (Bin unterdessen bereits in Buenos Aires, jetzt muss ich mich einfach melden!) In dieser Zeit habe ich viel erlebt und koennte nun stundenlang hier was reinschreiben. Ich versuche aber, mich so kurz wie moeglich zu fassen, da lange Berichte kaum gelesen werden.

Anfangs Februar war ich ein paar Tage mit Fabio, ein Freund aus Montezuma, unterwegs. Wir uebernachteten die erste Nacht in La Fortuna, ein kleines Touristendorf. Von dort aus machten wir eine Tour zum Vulkan Arenal, dem aktivsten Vulkan Costa Ricas. Es wurden uns zwar Lava vom Ausbruch 1992, spezielle Voegel, und eine schoene Aussicht auf den Arenalsee gezeigt, vom Vulkan (ein schoener Schichtvulkan) sahen wir aber nur den unteren Teil, weil es den Wolken einfach zu gut gefaellt um den Arenal.
Am Abend besuchten wir eines der typischen (und teuren) Thermalbaeder, mit Warmwasser aus dem Boden.

Am naechsten Tag fuhren wir nach Monteverde, eine Region im Nebelwald, mit zwei Naturschutzgebieten. Von dort aus nahm ich an einer Canopy-Tour teil (mein teuerster Tag bis jetzt auf meiner Reise!). Canopy ist eine sehr verbreitete Touristenatraktion in Costa Rica. Man bekommt ein "Gstaeltli", aehnlich wie beim Klettern, ein Helm und Handschuhe. Damit kann man dann an den Seilen von einer Plattform zur andern fahren/fliegen, all das hoch in den Baeumen! Ist echt ein Erlebnis. Zu dieser Tour gehoerte auch ein "Tarzan-Sprung", ein ganz kleiner Bungee-sprung mit anschliessendem "auspendeln". Hab mich zum Glueck dazu ueberwunden, denn, nach den ersten hundertstel Sekunden freier Fall, hat es mir wirklich Spass gemacht! :)

Nach dem Canopy spazierte ich ueber die Haengebruecken der selben Touristenagentur. Das war auch sehr schoen, viel ruhiger, aber teilweise auch hoch in den Baeumen!

Nach zwei weiteren Tagen in Montezuma an der Kueste (siehe Anfang meines Aufenthaltes in Costa Rica), fuhr ich mit dem Bus nach Quepos und am naechsten Morgen frueh ging ich in den Nationalpark Manuel Antonio, leider einer der meistbesuchten. Aber er ist wirklich wunderschoen. Es ist eine kleine Region am Pazifik, Strand, Felsen, Wald. Man kann viele Tiere sehen wie Affen, Faultiere, Leguane, Voegel etc.

Da es mein Geburtstag war, fuhr ich am selben Tag zurueck nach Heredia, um am Abend mit Gaby noch etwas trinken zu gehen (da der "Barkeeper" erfuhr, dass ich Geburtstag hatte, und da wir anschliessend noch Freunde von Gaby trafen, wurde es dann halt ein wenig mehr als "etwas" ;) ).

An einem Freitagmorgen nahm mich Roy, Gabys Vater, mit auf den Fruechte und Gemuesemarkt, der groesste des Landes, von wo her ins ganze Land exportiert wird.

Nach einigen Tagen in Heredia fuhr ich am 12. Februar in Richtung Osten, der karibischen Kueste entlang nach Sueden und dann wieder etwas ins Landesinnere in ein Indianerdorf. In Costa Rica hat es zwar nur noch sehr wenig urspruengliche Einwohner, aber wer mich kennt, weiss, dass ich es trotzdem nicht lassen kann, sie zu besuchen :). Ich ging zu ACOMUITA (Asociación Comisión de Mujeres Indígenas de Talamanca), eine Frauenorganisation. Acomuita kauft Kakao von rund 70 Frauen (fast alles Bribri oder Cabecar- "Indianer"), stellt selbst Schokolade her und verkauft diese in der Region. Ebenfalls setzen sie sich fuer Umweltprojekte ein.

Ich konnte bei einer der Frauen wohnen, Katja. Sie ist 28 und lebt mit ihrem 9-jaehrigen Sohn in einem kleinen Haus. Ihr Vater war ein Schwarzer von der karibischen Kueste, ihre Mutter ist Indianerin. Sie hat mir vieles erklaert und erzaehlt. Die urspruengliche Indianerkultur geht immer mehr verloren, vermischt sich und wird "modernisiert". Katja selbst hat eine Waschmaschine, einen elektrischen Herd, Fernseher, ein Handy etc. Sie hat mir viele Pflanzen gezeigt im Garten wie Ananas, Kakao, verschiedene Bananensorten (es gibt so viele, und im deutschen gibt es genau ein Name dafuer), heilende Pflanzen, Mandarinen, und vieles mehr, was ich das meiste noch nie gesehen hatte.
Es war wirklich sehr interessant bei Katja!

Anschliessend verbrachte ich einen Tag in Puerto Viejo, ein kleines aber sehr touristes Dorf an der karibischen Kueste Costa Ricas. Mit einem Fahrrad fuhr ich ein wenig der Kueste entlang, es hat wirklich traumhafte Straende!!
Am Abend hatte es vor einem Restaurant Live-Musik, verschiedene Bands. Ebenfalls war "Nova Era" dort. Diese Gruppe aus El Salvador habe ich bereits in Montezuma gesehen. Sie machen Musik mit verschiedenen Trommeln, toent wie "Guggenmusik", einfach ohne Trompeten. Ihre Musik hat mich echt fasziniert, man kann nicht ruhig stehen dazu ;). Zudem sind alle sehr sympatische Typen.

Die letzten Tage habe ich noch in Heredia verbracht, mit verschiedenen Vorbereitungen fuer meine weitere Reise.
Am 19.Februar war ich dann zwei Stunden vor Abflug am Flughafen. Das war aber zu spaet (ok, man hat mir gesagt, ich sollte 3 h vorher dort sein, aber das fand ich einfach zu viel). Der Flug war total ueberbucht und so musste ich halt noch eine Nacht in Costa Rica bleiben. Im ersten Moment hat mich das echt genervt, aber habe festgestellt, dass wirklich alles eine Sache der Einstellung ist. TACA, die Fluggesellschaft, hat mir naemlich ein Hotel (ca. 4-stern) bezahlt (Junior-Suite), mit allen drei Mahlzeiten (immer Buffet), inkl. Fitness-Zenter und Schwimmbad! (Wollte immer schon mal in dieses Hotel, da es 17 Stoecke hat und mitten in San Jose liegt, man darum eine super Aussicht geniessen kann!) Natuerlich war auch der Transfer mit Taxi inbegriffen und zudem bekam ich ein 200 Dollar-Gutschein fuer TACA. Ich weiss, in Europa muesste man mehr bekommen, aber ehrlich gesagt war ich damit zufrieden.

So bin ich dann schlussendlich am 21.Februar am Morgen frueh hier in Buenos Aires angekommen. Dazu aber das nachste Mal mehr. (Entschuldigung, ist doch sehr lange geworden, Kompliment an diejenigen, die bis hier gelesen haben!)