Dienstag, 28. August 2007

Ecuador - Inti Raymi in den Anden und eine Tsunami-Warnung an der Kueste

Nach Peru verbrachte ich die letzten zwei Monate meiner Reise noch in Ecuador. Ich besuchte meine ehemalige Gastfamilie und traf meine "alten" Freunde vom Austauschjahr. Die meiste Zeit verbrachte ich aber mit Fabio und seiner Familie.

Inti Raymi
Wir kamen gerade richtig fuer das groesste Fest im Jahr hier in Otavalo, den Inti Raymi (Inti = Sonne, Raymi = Fest). Dabei wird der Sonne und der Mutter Erde fuer die Ernte gedankt. Viel Musik, Tanz, alte Traditionen und leider auch viel Alkohol. Frueher wurde Chicha getrunken, ein fermentieres Maisgetraenk. Heute kommt viel Bier, suesser Wein und einige staerkere Getraenke dazu.




Eine Tradition ist, einem aufgehaengten Huhn tanzend den Hals umzudrehen bis es getoetet ist. Wer sich das getraut (erst mit einigem Alkohol im Blut) wird gut angesehen und muss im naechsten Jahr aber 12 Huehner "zurueck" geben. Mit dem Blut des Huhns wird der Erde eine Art Opfer gemacht. (diese Tradition gefaellt mir ueberhaupt nicht)


Pachamanca: Bei dieser Zeremonie werden Nahrungsmittel wie Fleisch, Kartoffeln, Mais, Ananas etc. in einem grossen Loch aufgeschichtet, mit Kohlblaetter getrennt und dazu einige gluehend heisse Steine gelegt. Das Ganze wird mit Erde zugedeckt und darauf getanzt, wie immer im Kreis. Nach ca. einer Stunde wird das Essen, gekocht, herausgenommen und unter allen verteilt.
Inti Raymi in Pukara: Fabios Mutter Laura mit dem Sohn der altesten Tochter, Michael. Rechts Lauras Bruder mit Frau, Sohn und Tochter.

Bei Camila in Quito
Natuerlich besuchte ich auch Camila, welche vor einem Jahr in der Kanti Wohlen im Austausch war. Ihre Familie empfing mich wie alle sehr herzlich. Am ersten Abend nahmen sie mich mit in ein Restaurant mit Sicht ueber die ganze Altstadt Quitos. Von links: Camilas Mutter und Schwester, Anic, Camila.
Wir besuchten einige Museen, unter anderem das Wassermuseum, von wo aus man ebenfalls eine schoene Aussicht hat auf den kolonialen Teil Quitos. Im Hintergrund sieht man den Panecillo, Schutzengel Quitos.


Fabios Grossmutter beim Morocho (eine Art Mais) mahlen.

Das wollte ich auch ausprobieren :). Sieht einfach aus, ist aber schnell anstrengend.

Einmal habe ich meine ehemalige Gastfamilie ins Floralp (schweizer Restaurant) eingeladen. Ebenfalls begleitete uns eine Cousine und Fabio. Ihn habe ich ueberredet, Raclette zu probieren :).

INTI-ÑAN - Weg der Sonne

An einem Sonntag waren Fabio und ich in der Mitad del Mundo (Mitte der Welt). Das ist ein Touristendorf mit mehreren Museen, vielen Restaurants und Touristenlaeden und dem Monument der Mitad del Mundo. Dieses steht angeblich genau auf der Aequator-Linie und enthaelt ein interessantes Museum ueber die verschiedenen Kulturen Ecuadors.

Gleich neben dem bekannten Touristendorf hat es ein weiteres Museum, das Museum Inti-ñan (Weg der Sonne). Dort befindet sich die Aequatorlinie naemlich wirklich. Die Fuehrerin erklaert einem etwas ueber die frueheren Kulturen dieser Region und zeigt einem einige Versuche, welche beweisen, dass man wirklich auf dem Aequator steht. Zum Beispiel, wenn man Wasser durch ein Loch aus einem Behaelter auslaufen laesst, fliesst es im Norden in Uhrzeigerrichtung und im Sueden in Gegenuhrzeigerrichtung (oder umgekehrt, weiss ich nicht mehr :) ). Genau auf der Linie fliesst es aber gerade hinunter, ohne sich zu drehen. Ebenfalls stellten wir fest, dass man genau auf der Linie viel weniger Kraft hat. War alles echt interessant.


Den naechsten Tag verbrachten wir in Mindo. Das ist eine kleine Touristenregion zwischen Anden und Kueste. Die Natur ist dort sehr ueppig, man findet viele Schmetterlinge, Orchideen und Kolibries. Ebenfalls hat es einige schoene Wasserfaelle.

Wir machten auch zwei laengere Reisen an die Kueste Ecuadors. Zuerst nach Canoa und dann nach Montañita. Auf der zweiten Reise nahmen wir Andy, Fabios juengster Bruder, mit. Es ist zwar gerade "Winter" an der Kueste, das heisst immer bewoelkt und ab und zu etwas Regen. Trotzdem verbrachten wir aber eine schoene Zeit am Meer. So oft wie moeglich kochten wir selbst, gingen am morgen oft joggen am Strand (manchmal mit Fussball, was echt Spass macht) und am Nachmittag und Abend war Fabio am verkaufen. Wie ihr auf dem zweiten Foto seht, macht er Schmuck aus Steinen und Silber. Andy und ich waren zudem dauernd am Armbaendeli knuepfen.
Am letzten Abend in Montañita hoerten wir auf einmal etwas von einer grossen Welle, andere redeten von Tsunami, Erdbeben in Peru etc. Alle begannen ihre Laeden zu schliessen, die Leute rannten aus den Restaurants, alles bewegte sich chaotisch, viele in Richtung Strasse, bzw. Bussstation. Wir packten den Schmuck zusammen und liefen schnell zum Huegel hinter dem Dorf. Durch das Mikrofon hoerten wir, dass die USA eine Tsunamiwarnung bekanntgab fuer diese Region. Wir kletterten im Dunkeln ueber Steine und Gebuesche ca. 100 Meter den Berg hinauf. Dort trafen wir auf andere Touristen und fanden eine kleine Lichtung mit guter Aussicht auf das Dorf und den Strand. Bald hoerten wir wieder die Stimme aus dem Mikrofon, angeblich bestand keine Moeglichkeit mehr eines Tsunamis. Wir sahen die Leute unten im Dorf wieder ruhig umherspazieren. In einem nahen Haus auf dem Huegel erfuhren wir aber, dass nach Nachrichten im Fernsehen noch bis 9 Stunden nach dem Beben ein Tsunami kommen koennte. Zudem koennte es ein Nachbeben geben. Jedenfalls haetten wir unten im Hotel (das gesamte Dorf liegt auf nicht mehr als 3 Meter ueber Meer) nicht ruhig schlafen koennen und verbrachten die Nacht schliesslich mit ein paar Italiener, Deutschen und Ecuatorianern an einem kleinen Feuer auf dem Huegel. Es war nicht gerade eine sehr gemuetliche Nacht, es war kuehl und die Steine drueckten.

Spaeter erfuhren wir genaueres: Suedlich von Lima gab es ein sehr starkes Meerbeben. In Pisco kamen ueber 500 Menschen ums Leben und die Stadt ist fast vollstaendig zerstoert. Trotz einer Staerke von 7 auf der Richterskala in Lima, starb in der peruanischen Hauptstadt niemand. Natuerlich gab es aber in der ganzen Region sehr hoher Sachschaden. Die Tsunamiwarnung wurde fuer die gesamte sued- und mittelamerikanische Pazifikkueste bekanntgegeben. Ausser einer kleinen Welle in Peru, entstand aber keine Flutwelle.

Jedenfalls war es fuer uns ein sehr eindrueckliches Erlebnis. Waehrend wir auf den Huegel stiegen war ich ueberzeugt, dass sehr bald eine Welle mindestens einen Teil des Dorfes zerstoeren wuerde. Ich wusste, uns konnte auf dem Huegel nichts passieren, trotzdem war ich nicht gerade erfreut ueber diese Vorstellung. Auch am naechsten Tag fuehlte ich mich noch unsicher im Dorf und war froh, als wir dann am Nachmittag endlich in Richtung Anden losreisten.

Laguna de Cuicocha

Eine Woche vor meiner Abreise machten wir mit Fabios Familie einen kleinen Ausflug zur Lagune Cuicocha, in der Naehe von Otavalo. Frueher war das angeblich einer der hoechsten Vulkane Suedamerikas. Vor ca. 3000 Jahren wollte er explodieren, wofuer er schlussendlich zu wenig Energie hatte und es gab eine Art Explosion nach innen. So entstand der riesige Krater, welcher sich durch den geschmolzenen Schnee vom Vulkan mit Wasser fuellte. Die beiden Inseln sind aus Lawa. Das Wasser ist trotz der Hoehe (3500m) relativ warm und zwar durch das immer noch aufsteigende Gas in der Lagune.

Beim Mittagessen im schuetzenden Schatten eines Gebuesches.
Von links: Fabios Mutter Laura, sein Bruder Vito (22), seine Schwester Emma (18), der Sohn der aeltesten Tochter Michael (knapp 3), Fabios juengster Bruder Andy (13) und Fabio.

Mehrere Male besuchte ich Leticia, eine gute Freundin welche ich noch von meiner Schule im Austauschjahr kenne. Auf dem Foto sieht man ihre Mutter, ihre Brueder und ihre Schwester Anita, welche mich alle immer sehr lieb empfangen.


Raúl und Fabios Grossmutter. Angeblich ist er ihr Ururenkel (ueber irgendeine andere Tante). Das ist schoen moeglich, die Grossmutter ist nicht mehr die juengste und Raúls Mutter ist kaum aelter als ich. Da seine Mutter arbeitet, verbringt der kleine viel Zeit im Haus von Fabios Familie. Die Grossmutter kuemmert sich sehr lieb um ihn, sobald sie sich nur wenige Meter entfernt, beginnt er zu weinen.

Kurz vor meiner Abreise machten wir ein kleines Fotoshooting mit der typischen Kleidung der Otavalos. (Die Frauen kleiden sich hier fast alle noch taeglich so, Fabios Mutter und Grossmutter hatten noch nie in ihrem Leben Hosen an, die Schwestern manchmal zu Hause. Bei den Maennern kleidet sich nur die aeltere Generation noch so, die Jungen hoechstens an speziellen Festen.) Dabei entdeckten wir zudem Andys Leidenschaft und Talent fuer die Fotografie :).
Hier eine kleine Auswahl...





Beim Kleiderwaschen im Bach. Das Wasser war anfangs ziemlich kuehl. War aber lustig und habe zudem nun endlich gelernt, wie man richtig von Hand waescht. Fuer Fabios Schwester war es aber sehr amuesant, mir zuzuschauen ;).
An meinem letzten Abend in Ecuador machten wir Tortillas de maíz. Emma hatte den Teig vorbereitet und nun halfen wir alle, die Tortillas zu formen. Sie wurden dann auf dem Feuer im "tuesto" (breite "Pfanne" aus Ton") gebacken. Dazu trinkt man colada morada, ein gelatineaehnliches Getraenk aus Mais, Brombeeren und Ananas.
Normalerweise brauchen sie den Gasherd, in speziellen Situationen kocht man aber immer noch auf dem traditionellen Feuer mit drei Steinen.
Von links: Laura, Emma, Fabios Cousine Marina, Fabio, Anic, Grossmutter
Das letzte Foto: Grossmutter, Andy, Raúl, Michael, Emma, Anic, Laura

Nun ist meine 8-monatige Reise bereits zu ende. Ich war an vielen interessanten Orten, habe sehr viele liebe Leute kennengelernt und unzaehlige unvergessliche Erfahrungen gemacht. Suedamerika ist ein wahnsinnig eindruecklicher Kontinent mit vielen oekologischen, kulturellen und oekonomischen Gegensaetzen. Es war eine wunderbare Zeit. Trotzdem freue ich mich nun aber, morgen Abend von San Jose (war noch eine Woche in Costa Rica) wieder nach Zuerich zu fliegen. Irgendwann hat man genug vom Reisen und sehnt sich nach einem normalen Alltag, obwohl das erneute Reisefieber wohl kaum auf sich warten lassen wird :).

Bis bald
Anic

Montag, 18. Juni 2007

Vom Titicacasee und vielen Kindern in Cusco bis zum Machupicchu

Ende April reiste ich von La Paz zum Titicacasee, nach Copacabana. Dort machte ich einen Zweitagesausflug auf die Isla del Sol (Sonneninsel), wo angeblich die Inkakultur "geboren" ist.

Titicacasee auf bolivianischer Seite: Isla del Sol







Dann ging es weiter ueber die Grenze von Bolivien nach Peru bis nach Puno (Hauptstadt der hoechstgelegenen Provinz Perus), ebenfalls am Titicacasee. Die Wasseroberflaeche liegt auf ca. 3800 m.ü.M. Von Puno aus machte ich gleich nochmals einen Ausflug auf den See, zu den schwimmenden Inseln der Uros. Das ist ein Volk, welches vor einigen Jahrhunderten vor den kriegerischen Collas und Inkas auf den See geflüchtet ist. Dort bauen sie seither ihre Inseln aus den Wurzeln von totora (eine Art Schilf), und bedecken diese mit einer dicken Schicht totora. Überhaupt ist das die wichtigste Pflanze in ihrem Leben. Die Häuschen sind aus totora, ihre Boote, sogar essen kann man totora (den untersten, frischen Teil des Stängels, schmeckt echt lecker, wie eine saftige Frucht gegen Durst). Auf einer Insel wohnt meistens eine Familie, aber teilweise mit Tanten, Onkeln, Grosseltern etc. Leider sind die Urus heute vor allem eine Touristenatraktion. Schon frueh am Morgen kommen die ersten Schiffe aus Puno an, vollgeladen mit Touristen und dessen Fotokameras (ich war ja natuerlich auch eine davon). Die Urus koennen so aber auf ihren eigenen Inseln den Touristen ihr Kunsthandwerk verkaufen. (Die Touristenfuehrer verlangen von ihnen aber etwas, damit sie mit den naechsten Touristen wieder kommen, wirklich ungerecht.) Ich blieb als einzige Touristin auf der groessten Insel, Kamisaraki, dort hat es etwas wie eine kleine Lodge. Sie haben mir ein Abendessen gekocht und ich habe in einem der Tipis uebernachtet. Trotz 6 Decken war es eiskalt (auf 3800m!!). Aber am naechsten Morgen hat mich der Vater der Familie mitgenommen auf das Wasser und hat mir gezeigt wie sie fischen und totora schneiden. Das war wirklich interessant.



Titicacasee auf peruanischer Seite: Schwimmende Inseln der Uros





Eine der Toechter der Familie, sie ist gleich alt wie ich. Unter dem gelben Tuch links auf dem Foto schlaeft ihr 2-monate altes Baby.
Da drin habe ich uebernachtet.

Reise von Puno nach Cusco


Vom Titicacasee reiste ich mit dem Zug bis nach Cusco, eine 10-stuendige Reise durch die Anden.


Bei einem Zwischenhalt, fuer die lokalen Leute ist die Ankunft des Zuges das grosse Ereignis, weil sie dann ihre Ponchos, Taschen, Handschuhe etc. verkaufen koennen.







Cusco


In der Stadt der Inkas verbrachte ich 1 1/2 Monate. Immer am Nachmittag habe ich in dem Projekt "Señor de Huanca" gearbeitet. Dorthin kamen arme Kinder aus diesem Quartier, wir halfen ihnen bei den Hausaufgaben, machten Spiele, spielten draussen oder machten Handarbeiten. Zudem gab es alle 2 Tage eine Mahlzeit fuer die Kinder. Ich konnte mit 10 Kindern einen Handarbeitskurs durchfuehren. Jeden Nachmittag haben wir waehrend ca. 2 Stunden Halsketten und Armbaendeli gemacht. Da es immer die selben Kinder waren, kamen wir gut voran und konnten auf den gelernten Sachen aufbauen. Die Arbeit mit diesen Kindern hat mir echt Spass gemacht.


Gewohnt haben wir bei der Familie, welche dieses Projekt gegruendet hat. Mit mir waren noch andere Voluntäre dort aus England, Holland, USA etc. Zudem kam bald Fabio aus Costa Rica und blieb mit mir bis am Schluss.



Wanderung auf den Pachatusan

Evy (Holland), Paul (England) und ich hatten die Moeglichkeit, mit einer kleinen Gruppe auf den Berg Pachatusan zu wandern. Das Ziel war vor allem, verschiedene Zeremonien durchzufuehren und so dem Berg zu danken. Am ersten Tag liefen wir bis zu einer kleinen Lagune, auf ca. 4500 m.ü.M. Dort haben wir unsere Zelte aufgebaut. Bei der Zeremonie fuer die Lagune haben wir sogar gebadet, um uns zu reinigen. Leider war die Sonne gerade am untergehen und unsere Zehen sind praktisch bis am naechsten Morgen nicht mehr aufgetaut (es war eiskalt!!!).
Am Morgen frueh ging es ohne etwas im Magen bis auf den Gipfel des Berges. Nach wenigen Hoehenmetern konnte ich kaum mehr weiterlaufen, vor allem weil die Luft auf dieser Hoehe sehr duenn ist. Mit einigen Blaettern Coca in der Backe hatte ich wieder neue Kraefte (ist echt eindruecklich, die Wirkung dieser Pflanze) und erreichte das Ziel noch vor einigen andern der Gruppe.
Dort oben, bei eisiger Kaelte, gab es nochmals eine Zeremonie bevor wir den ganzen Berg wieder herunterliefen (ca. 6 h bergab).
Es war echt eine endrueckliche Erfahrung, aber einmalig (wuerde ich nicht wiederholen :) ).


Die beiden Jungs haben uns mit ihren Eseln begleitet, um das Gepaeck hochzutragen. Am selben Tag liefen sie aber gleich wieder runter.


Beim Runterlaufen haben wir auf einem Kartoffelfeld einige Kinder angetroffen. Kurz vorher hatten sie Kartoffeln in der Erde gekocht (ein Loch in der Erde, mit heissen Steinen, zugedeckt waehrend einer Stunde). Fuer ein wenig Fanta und Cocablaetter durften wir die leckeren Kartoffeln geniessen.




Beim neuen Zimmer streichen im Haus in Cusco

Im Projekt "Señor de Huanca"
Paul beim Basteln mit den Kindern fuer den Muttertag


vor dem Essen

In meinem Handarbeitskurs im Projekt






Die Inkas in Cusco
Cusco war vom 13. bis zum 16. Jahrhundert die Hauptstadt des Inka-Imperiums. Innerhalb von wenigen Jahrzenten hat dieses Volk ein riesiges Gebiet im heutigen Suedamerika erobert, von Teilen von Chile und Argentinien im Sueden bis zur heutigen Grenze Ecuador-Kolumbien im Norden. Wenn immer moeglich haben sie die unterschiedlichen kleinen Voelker friedlich erobert, also sie sozusagen gefragt, ob sie nicht Teil ihres Reiches sein moechten. Wenn sie nicht einwilligten, wurde es aber ziemlich blutig. In jedem Fall nahmen sie den Fuehrer des neu eroberten Volkes nach Cusco mit, um ihm die verschiedenen Wissenschaften zu lehren. Nach zwei Jahren kehrte dieser zu seinem Volk zurueck, um ihm seine neu errungenen Kenntnisse weiterzugeben. So profitierten die Inkas auch von dem unterschiedlichen Wissen der verschiedenen eroberten Voelker.

Das ganze Reich war sehr gut organisiert, mit tausenden von Kilometern Strasse, welche das ganze Gebiet verband. Das Imperium wurde auch Tahuantinsuyo (die vier Regionen der Sonne) genannt und war aufgeteilt in Chinchaysuyo im Norden, Collasuyo im Sueden, Antisuyo im Osten und Contisuyo im Westen.
die 4 suyos des Inka-Imperiums



Die spanische Eroberung Suedamerikas vor rund 5 Jahrhunderten hat das Inka-Imperium groesstenteils zerstoert. Auf den ehemaligen heiligen Tempeln der Inkas wurden katholische Kirchen gebaut, es wurde ihnen verboten ihre Zeremonien durchzufuehren und ihre Sprache, das Quechua, zu sprechen.

Noch immer zeugen aber unzaehlige archaeologische Ueberreste in der gesamten Region von der Hochkultur der Inkas.

Ruinen von Pisac




Ruinen der Festung von Sacsayhuaman aus unglaublich grossen Steinen (die weissen und schwarzen Punkte vor den Ruinen sind Touristen)

Ruinen von Tambomachay; das Wasser, welches immer noch durch diese Brunnen fliesst, sei angeblich sehr gesund


verschiedene weitere Fotos:

die Altstadt von Cusco


mit den Kindern auf nahen Ruinen


Fussballspiel: Leiter gegen die aeltesten Kinder (gaaanz knapp haben wir gewonnen)


mit Fabio bei den Ruinen in Ollantaytambo ...
... und im Ausgang

wieder in meinem Handarbeitskurs
Das habe ich mit den Kindern gemacht

Meine Mannschaft in der Schweiz ist aufgestiegen, das mussten wir natuerlich auch ein wenig feiern :)


beim naechsten Fussballspiel im Projekt (diesen Penalty habe ich versenkt!! :) )


Endlich auf dem Machupicchu
Als Hoehepunkt in Cusco reisten wir zum Schluss noch auf den Machupicchu, zusammen mit meiner Schwester Patricia und ihrem Freund, welche extra fuer diesen Ausflug von Bolivien nach Peru angereist waren. Wir reisten nicht mit dem Zug von Cusco bis zum Machupicchu, sondern mit mehreren Bussen, ueber einen Umweg. Das war ein ziemlich muehsamer Weg, aber dafuer viel billiger. Nach einer Uebernachtung im grausam touristischen Dorf Aguas Calientes am Fuss des Berges ging es dann endlich hinauf auf den Machupicchu ("alter Berg"). Die noch gut erhaltenen Ueberreste dieser grossen Inka-Staette (die Spanier haben sie zum Glueck nie entdeckt) wurden erst anfangs 20. Jahrhundert wieder entdeckt. Sie ist in drei Gebiete aufgeteilt: das der Bauern, mit vielen Terrassen fuer die Landwirtschaft, ein Teil fuer die allgemeine Bevoelkerung und das dritte ist das heilige Gebiet, wo die Tempel etc. aus erstaunlich exakt zugeschnittenen Steinen aufgebaut sind.

Heute ist Machupicchu eines der bekanntesten und beliebtesten Touristenziele ganz Suedamerikas, was man leider auch am Eintrittspreis zu spueren bekommt (40 US-Dollar!).
Aber ein Besuch lohnt sich wirklich, die Gesamtheit dieser unzaehligen Gebaeuden, Mauern, Brunnen etc. perfekt eingebettet in die Landschaft mit der ueppigen Natur rundherum ist echt etwas einmaliges!
(Uebrigens, Machupicchu wurde vor kurzem als eines der sieben neuen Weltwunder gewaehlt!)

mit Fabio auf dem Machupicchu

Lima

Kurz nach dem Ausflug auf den Machupicchu hiess es Abschied nehmen von Cusco und die Reise fuer Fabio und mich ging weiter nach Lima. Dort verbrachten wir nur 2 Tage, da wir jemanden besuchen wollten (sonst waehren wir gleich weitergereist). Ich habe zwar das Touristenquartier Miraflores nicht kennengelernt, aber trotzdem wage ich es, die Stadt als echt haesslich zu bezeichnen. Vielleicht hat es einige gute Museen und das Zentrum (Regierungspalast, "Mauern-Park" etc.) ist einigermassen anschaubar, aber sonst hat es vor allem viel Verkehr, Verschmutzung (der Himmel ist praktisch immer bedeckt vom Smog), Laerm, sehr hohe Kriminalitaet, unendliche Slums und rundherum nur Wueste. Jedenfalls hat es mir ueberhaupt nicht gefallen.

Slums rund um Lima

Nach Lima reisten wir weiter nach Máncora, an der Kueste im Norden Perus. Das war wirklich das totale Gegenteil. Ueberhaupt kein Stress, auf der Strasse fast nur Velo- und Moto-Taxis, immer gutes Wetter, kein Laerm, alle Leute gut gelaunt und einfach entspannen am Strand.

Nach 3 Tagen Erholung ging es dann endlich nach Ecuador. Die Ueberquerung der Grenze war zwar echt muehsam (die beiden Migrationen, wo wir die Aus- und Einreisestempel im Pass bekamen, sind je etwa 4 km von der Grenze entfernt). Nach einer sehr zuegigen Bussfahrt kamen wir dann am naechsten Morgen in Quito an, und bald darauf war ich in Ibarra, bei meiner ehemaligen Gastfamilie. Hier in Ecuador werde ich es nun noch bis am 25. August geniessen, bevor dann bald mein Studium beginnt.